Künstliche Intelligenz

Verantwortungsvoll nutzen, gemeinsam wachsen
Porträt Lukas Ackermann
Porträt Lukas Ackermann

Editorial

Während meines Studiums war der Computer kaum mehr als eine bessere Schreibmaschine. Dann kam das Internet, später das Smartphone und heute stehen wir mitten in der nächsten digitalen Revolution: Der künstlichen Intelligenz (KI). Die faszinierende Technologie überrascht mich immer wieder und ich habe den Eindruck, dass sie die Art und Weise, wie ich arbeite und lebe, in einer ziemlichen Geschwindigkeit verändern wird.

KI unterstützt uns, Prozesse zu vereinfachen und zu automatisieren. Sie beschleunigt Abläufe, hilft uns dabei, bessere Entscheidungen zu treffen, bestehende Tools zu optimieren und vieles mehr. Dadurch entstehen Effizienzgewinne und neue Innovationspotenziale. Doch diese Chancen bringen auch Verantwortung mit sich: KI muss nachvollziehbar, datenschutzkonform und zum echten Mehrwert für alle eingesetzt werden. Gerade in Zeiten des Wandels ist es umso wichtiger, sich auf die eigenen Werte zu besinnen und Entscheidungen mit Weitblick und Verantwortung zu treffen. Nur so schaffen wir die Grundlage für nachhaltige Innovation.

Der Mensch steht bei Galenica in diesem Prozess im Mittelpunkt, gerade weil es um den Einsatz von KI geht. Wir legen grossen Wert darauf, dass unsere Mitarbeitenden die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit der neuen Technologie auseinanderzusetzen und ihre Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. So schaffen wir ein Umfeld, in dem sich unsere Mitarbeitenden mutig auf Veränderungen einlassen, Neues ausprobieren und die digitale Transformation gemeinsam gestalten.

In dieser Spot-Ausgabe dreht sich alles um KI. Wir zeigen, welche Strategie Galenica verfolgt, wie wir KI im Unternehmen einsetzen und welche Erfahrungen unsere Kolleginnen und Kollegen damit machen.

Liebe Grüsse

Lukas
Chief IT & Digital Business

Menschen befähigen dank KI

Dank Sprachmodellen wie ChatGPT ist die Kommunikation mit künstlicher Intelligenz auch für die breite Masse zugänglich geworden. Das eröffnet neue Chancen, bringt aber auch Herausforderungen mit sich und wird zunehmend weitere Lebensbereiche beeinflussen.

Paul Märgner, Lead Artificial Intelligence bei Galenica, berichtet, wann KI ihren Ursprung hatte, wie wir sie sinnvoll einsetzen können und warum wir sehr wohl Einfluss darauf haben, wie wir diese Technologie nutzen, um Zusammenarbeit und Zusammenleben zu verbessern.

Was versteht man unter Large Language Models (LLM)?

Das sind Künstliche-Intelligenz-Systeme, welche mit grossen Datenmengen trainiert werden, um unsere Sprache zu verstehen. Dadurch erkennen sie Grammatik, Muster und Zusammenhänge. So sind sie in der Lage, Texte zu verstehen, zu formulieren, zu übersetzen oder auch Zusammenfassungen zu erstellen.

Einführung von Künstlicher Intelligenz: Chancen, Strategie und Umsetzung

Gemeinsam mit Sascha Michel und Ivo Schurtenberger sprechen wir über die Einführung künstlicher Intelligenz bei Galenica. Was sind Chancen und Herausforderungen bei der Einführung und dem Einsatz von KI bei Galenica? Was sind die drei wichtigen Grundpfeiler unserer Strategie und worauf verzichten wir ganz bewusst?

Elisabeth Riedl, Manager Scientific Data, HCI Solutions AG
Elisabeth Riedl, Manager Scientific Data, HCI Solutions AG

KI in der Fachredaktion von HCI Solutions

Wer bist du und was ist deine Rolle bei HCI?

Mein Name ist Lisa und ich bin als Scientific Data Manager in der Medical Data Fachredaktion bei HCI Solutions tätig. Mit meiner mittlerweile achtjährigen Zugehörigkeit bei HCI Solutions fühle ich mich schon ein wenig als «alter Hase». Als Bindeglied zwischen der Fachredaktion sowie dem Softwareentwicklungs-Team habe ich eine zweigeteilte Rolle mit spannenden Aufgaben: im Medical Data Team befassen wir uns mit Themen rund um wissenschaftliche Arzneimitteldaten wie Interaktionen, Pharmakogenetik-Daten, Allergien, Dosierungen, Indikationen, Impfdaten, etc., und als Teil des Produktmanagements darf ich die Entwicklung des Compendiums und PharmaVista vorantreiben.

In welchem Bereich nutzt ihr bereits KI und warum gerade dort?

Wie in vielen anderen Bereichen ist die Unterstützung durch KI auch bei uns ein wichtiger Bestandteil geworden. Wir nutzen sie bei der Recherche über pharmakodynamische und pharmakokinetische Angaben zu Wirkstoffen oder für das Screening von Literaturquellen für unsere Arzneimittelinteraktionen. Letztes Jahr haben wir ausserdem unser erstes Projekt gemeinsam mit dem internen KI-Team durchgeführt, in welchem wir die Dosierungskurztexte der Arzneimittel aus dem Compendium mit Hilfe einer trainierten KI in strukturierte Dosierungsdaten umgewandelt haben. Da für uns in der Medical Data Fachredaktion Qualität und korrekte Daten höchste Priorität haben, haben wir einen Review-Schritt inkludiert, welcher von unserem Redaktionsteam durchgeführt wird. Diese Daten sind bereits heute im Compendium verfügbar und unterstützen Gesundheitsfachpersonen schnell und einfach, die richtige Dosierung für ihre Patienten zu finden. Zudem prüfen wir weitere Anwendungsfälle, in denen wir KI-Funktionen direkt im Compendium integrieren können.

Für alle, die es nicht kennen: Was genau ist Compendium und wofür wird es genutzt?

Das Compendium ist das Nachschlagewerk Nummer Eins für Arzneimittel und wird tagtäglich von medizinischem Fachpersonal genutzt, um sich über deren Anwendung und mögliche Risiken zu informieren. Wir erweitern das Compendium stetig mit neuen Funktionalitäten, um den Anwendern weitere Mehrwerte bieten zu können.

Wie seid ihr an die Integration der KI-Funktion im Redaktionsprozess herangegangen?

Für das Projekt zur Strukturierung der Dosierungsdaten mit Hilfe von künstlicher Intelligenz haben wir zuerst im Team die Datenstruktur festgelegt und Regeln definiert, mit welchen die KI trainiert wurde. Im weiteren Verlauf haben wir mehrere aufeinanderfolgende Abstimmungsrunden mit dem Entwicklungsteam durchlaufen, in denen wir kontinuierlich Feedback eingebracht und die Lösung gemeinsam weiterentwickelt haben. Da Dosierungstexte sehr komplex sein können, war das nicht ganz trivial. Insgesamt war der Prozess für uns sehr interessant und bot wertvolle Erkenntnisse – sowohl aus fachlicher Perspektive als auch persönlich.

Wie oft nutzt du künstliche Intelligenz in deinem Alltag?

KI als Copilot an unserer Seite

Mit M365 Copilot haben wir ein starkes Werkzeug an unserer Seite. Es hilft uns, repetitive Aufgaben schneller zu erledigen und schafft dadurch Raum für unsere Kernaufgaben. Damit wir diese Vorteile verantwortungsvoll nutzen, begleiten wir unsere Mitarbeitenden aktiv bei der Einführung und Nutzung dieses Tools. Ein zentrales Element ist dabei unsere M365 Champions Community: 96 Champions aus 19 Bereichen vereinen Fachwissen zu M365 Copilot, jobspezifische Expertise und bereichsspezifisches Verständnis, um ihre Kolleginnen und Kollegen beim Kennenlernen von M365 Copilot zu unterstützen. Wir haben mit vier Kolleginnen und Kollegen über M365 Copilot gesprochen.

Was sind Agents?

Microsoft Copilot Agents sind KI-gestützte Assistenten, die für eine spezialisierte Aufgabe oder Prozess gebaut werden. Sie können zum Beispiel bestimmte Vorgänge automatisieren oder individuelle Anforderungen umsetzen, etwa als «Writing Coach»-Agent, der sich auf das Schreiben von Texten spezialisiert.

IT-Insights: Wie KI unseren Alltag verändert

Künstliche Intelligenz gehört in der IT längst zum Alltag. Vier Kollegen geben Einblicke in ihre Erfahrungen mit KI – von gängigen Standardtools bis hin zu selbst entwickelten internen Lösungen.

Datenkultur als Fundament für KI

Juliette Hotz, Chief Privacy Officer, Galenica AG
Juliette Hotz, Chief Privacy Officer, Galenica AG

Wer bist du und was ist deine Rolle bei Galenica?

Mein Name ist Juliette Hotz – und als Chief Privacy Officer setze ich mich dafür ein, dass wir Daten und KI verantwortungsvoll nutzen. Dabei helfe ich Galenica, die rechtlichen und ethischen Herausforderungen bei der Digitalisierung zu meistern.

Welche Rolle spielt Data Governance im Zusammenhang mit KI-Anwendungen bei Galenica?

Wenn wir die Power von KI effektiv nutzen wollen, müssen wir dafür sorgen, dass Daten zur richtigen Zeit und in der richtigen Qualität verfügbar sind. Denn die Ergebnisse einer KI sind nur so gut wie die Daten, mit denen wir sie füttern. Bei der Datenaufbereitung ist entscheidend, wozu wir diese überhaupt verwenden dürfen, wer Zugriff darauf haben sollte und welche Daten miteinander verknüpft werden dürfen. Auch für die Zwecke, zu denen eine KI eingesetzt werden kann, gelten bestimmte Regeln. Je besser wir uns bereits beim Datenmanagement aufstellen, desto einfacher können KI anwenden.

Gibt es konkrete Richtlinien, die den Einsatz von KI bei Galenica steuern?

Ja. Wir haben eine übersichtliche Guidance erstellt, die Mitarbeitenden die wichtigsten Regeln für die Nutzung von KI-Tools aufzeigt. Zudem haben wir Prinzipien für verantwortungsvolle KI entwickelt. Zum Beispiel stellen wir sicher, dass niemand durch unsere Anwendung von KI unfair behandelt wird und wir bei ihrem Einsatz transparent sind.

Wie geht ihr mit der Herausforderung um, Innovation und rechtliche Anforderungen in Einklang zu bringen?

Es ist mir wichtig, dass Governance-Anforderungen nicht als Einschränkung von Innovation verstanden werden. Wir wollen die Digitalisierung bei Galenica und im Gesundheitswesen vorantreiben. Gleichzeitig wollen wir Technologien verantwortungsvoll einsetzen. Gerade für das Vertrauen unserer Kunden und Mitarbeitenden ist das entscheidend. Bei der Definition von Anforderungen achten wir bewusst darauf, möglichst beiden Ansprüchen gerecht zu werden.

Was findest du besonders wichtig für Mitarbeitende, damit KI verantwortungsvoll genutzt wird?

Die einfache Zugänglichkeit von mächtigen KI-Tools eröffnet uns allen ganz neue Möglichkeiten. Um deren Nutzung gemeinsam zu lernen, setzen wir auf gezielte Schulungen und ein internes Netzwerk von Champions, die Kolleginnen und Kollegen im direkten Austausch unterstützen. Testet und übt! Profitiert von den Schulungen und sprecht mit den Champions. Seid euch aber auch der Grenzen von KI bewusst: Was eine KI erzeugt, kann falsch sein, auch wenn es überzeugend klingt. Hinterfragt Ergebnisse also kritisch. Überlegt gut, was ihr in ein KI-Tool eingebt: Mehr ist nicht unbedingt besser. Und stellt euch die Frage, welchen Einfluss erzeugte Ergebnisse auf Menschen haben können. Eure Erfahrung und Intuition kann eine KI niemals ersetzen.

Mensch und Maschine

Zum Abschluss dieser Ausgabe sprechen wir mit Nadia Rahim, Head HR Digital, darüber, wie KI unsere Arbeitswelt verändert. Was bedeutet es für uns, wenn KI Routinetätigkeiten von uns übernimmt? Wie gewinnen dadurch menschliche Fähigkeiten wie Emotionen, Nähe und Vertrauen an Bedeutung? 

Wir beleuchten die Chancen und Herausforderungen, die sich aus dem Wissenstransfer, der Kommunikation und der Anpassungsfähigkeit im Unternehmen ergeben. Kritisches Denken ist dabei unverzichtbar, denn KI-Tools liefern nicht immer fehlerfreie Ergebnisse. Mit verantwortungsvollem Umgang und der Bereitschaft zur Veränderung schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass sowohl Galenica als auch wir Mitarbeitende von KI profitieren.

Redaktionsteam: Lennard Sellgard, Michael Orlando, Dajana Mladenovic und Eleonora Massini

Und wir? Welche Rollen und Aufgaben hat KI im Redaktionsprozess dieser Spot-Ausgabe übernommen?

Redaktionsteam: Lennard Sellgard, Michael Orlando, Dajana Mladenovic und Eleonora Massini

Auch bei dieser Ausgabe hat künstliche Intelligenz eine Rolle gespielt. Sie half uns, erste Konzeptideen zu hinterfragen und Texte mit M365 Copilot zu optimieren. Zudem wurden Video-Transkripte mithilfe von KI erstellt, und Übersetzungen entstanden zunächst maschinell, bevor sie von Menschen geprüft wurden. Auch das Titelbild ist KI-generiert.

Und wo haben wir bewusst auf KI verzichtet? Vor und hinter der Kamera stehen echte Menschen, denn authentische Geschichten entstehen nur durch persönliche Begegnungen. Wir haben unter anderem bewusst entschieden, auf KI-Inszenierungen in den Videos zu verzichten, auch wenn wir einige fantasiereiche Ideen hatten. KI ist für uns ein spannendes und hilfreiches Werkzeug – aber der Mensch bleibt im Mittelpunkt.

Die Interviews für diese Ausgabe wurden in den Monaten November und Dezember 2025 sowie Januar 2026 geführt.